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Achtsamkeit in der Kommunikation

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Achtsamkeit in der Kommunikation

Es gibt einen ganz einfachen Weg, wie man sein Kommunikationsverhalten verbessern kann: Achtsamkeit. Diese Technik, die man dazu benötigt ist so einfach, dass man fast nichts tun muss, um sie umzusetzen. Man muss nicht viel auswendig lernen. Man muss auch nichts neues üben, was man nicht in irgendeiner Weise schon kennt. Man muss nur umsetzen, anwenden. Und ein wenig Training schadet auch nicht, denn im Training wird man erkennen, wie unglaublich wirkungsvoll diese Technik eigentlich ist. So wirkungsvoll, dass man vielleicht schnell beschließt, sie jetzt immer anzuwenden. Jedesmal wenn man mit einem anderen Menschen kommuniziert.


Wie funktioniert Achtsamkeit?

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie achtlos manche Menschen kommunizieren. Sie betreten einen Raum und plappern los. Sie machen sich und Ihren Gedanken Luft und verschwenden keinen Gedanken darüber, was wohl gerade in ihrem Gegenüber vor sich geht. Sie kümmern sich nicht darum, wie sie eine Botschaft verpacken sondern sie "hauen sie einfach raus". Gerade so wie es zu ihrer Laune passt. Solche Menschen sind für den Achtsamen interessante Studienobjekte, denn sie verraten beim Sprechen viel über sich. Wenn man einen Moment innehält und sich einfach nur fragt "Was geht wohl gerade in diesem Menschen vor?", wird man erkennen, dass man plötzlich eine ganze Reihe von Dingen mehr weiß als nur das, was das Gegenüber gerade sagt. Man hätte ansonsten vielleicht gar nicht darauf geachtet und nur die Botschaft aufgenommen, die das Gegenüber einem mit der Sprache vermittelt. Aber nein, das hätte man nicht. Man hätte all die Informationen, die er sonst noch überträgt auch aufgenommen, aber unbewusst und ohne darüber nachzudenken. Jemand der achtsam ist, macht sich das, was er ansonsten unterbewusst wahrnehmen würde bewusst. Er achtet auch auf die Rahmenbedingungen. Wie sieht mein Gegenüber gerade aus? Was für eine Laune hat er? Was für einen Tonfall? Was für eine Sprechgeschwindigkeit? Was vermittelt er mir noch außerhalb seiner Worte? Und damit steigert er seine Kommunikationsfähigkeit gewaltig. Denn plötzlich bekommen Gespräche eine andere Bedeutung. Und mit der Zeit ändert sich nicht nur die Wahrnehmung dessen was man von anderen aufnimmt sondern auch die Art wie man selbst Botschaften übermittelt. Was das bringt? Einen besseren und erfolgreicheren Umgang mit seinen Mitmenschen. Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein. Denn wenn man in der Kommunikation achtsam ist, dann wird man schnell lernen, was zu tun ist, um bei einem anderen Menschen eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Ebenso bringt es einem auch eine gewisse Ruhe, denn man lernt, zu erkennen, was man persönlich nehmen sollte und was nicht. Und wenn man einmal beginnt, Achtsamkeit zu üben, dann wird man wahrscheinlich überrascht sein, wie oft man früher etwas persönlich genommen hat, was gar nicht persönlich gemeint war.


Jede Nachricht hat vier Seiten

Das Vier-Seiten-Modell ist ein Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun. Es besagt, dass jede Nachricht vier Botschaften enthält, die auf vier Ebenen gesendet werden:

  • Die Sachebene
  • Die Selbstoffenbarung
  • Die Bezieungsebene
  • Der Appell

Jede Nachricht, die kommuniziert wird kann nach diesen Kriterien analysiert werden. Und wer achtsam ist, dem werden höchstwahrscheinlich schon ganz von selbst Besonderheiten der einzelnen Ebenen auffallen. Man sollte das Verhalten eines anderen Menschen einfach einmal auf diese vier Ebenen prüfen und sich ein paar Gedanken machen, was es in dieser Hinsicht wohl aussagt.


Die Sachebene

Die Sachebene ist die nüchternste und neutralste Seite einer Information. Auf ihr wird die reine Aussage eines Satzes übertragen. Achtsamkeit auf der Sachebene heißt, sich kurz Gedanken über den puren Sachlichen Inhalt zu machen ohne Rahmenbedingungen wie Tonfall, Körpersprache oder Ironie mit einzubeziehen. Bei einem Satz wie "Du fährst zu schnell" wird auf der Sachebene schlicht und einfach ausgesagt, dass der Angsprochene gerade zu schnell fährt.


Die Selbstoffenbarung

Die Ebene der Selbstoffenbarung verrät, was der Sprecher gerade von sich selbst kundgibt. Und das kann eine ganze Menge sein. Der Sender der Nachricht verrät etwas über sich - schon allein aufgrund der Tatsache, dass er die Nachricht sendet und es nicht unterlässt. Bei einem Satz wie "Du fährst zu schnell." könnte das beispielsweise sein, dass er Angst hat, dass er überkorrekt ist, dass er andere Menschen gern belehrt, dass er den Fahrer ärgern möchte (wenn es vorher schon Diskussionen über den Fahrstil gegeben hat und er weiß, dass der Fahrer sich nicht gerne reinreden möchte), dass er besorgt um den Führerschein des Fahrers ist oder dass er sich mit den Verkehrsregeln nicht richtig auskennt (z.B. wenn der Fahrer gerade das korrekte Tempo einhält).


Die Beziehungsebene

Die Beziehungsebene drückt aus, wie die beiden Kommunikationsteilnehmer zueinander stehen. Der Satz "Du fährst zu schnell" sagt auch darüber schon einiges aus. Zum Beispiel die Tatsache dass der Sender den Empfänger mit Du anspricht. Es ist also keine förmlich-distanzierte Beziehung sondern eine gewisse Nähe vorhanden. Auch dass der Sender diese Nachricht übermittelt sagt aus, dass er sich das traut und der Meinung ist, es sich trauen zu können. Stellen wir uns einen kleinen Mitarbeiter einer großen Firma vor, der aus irgendeinem Grund mit dem Vorstandsvorsitzenden auf Dienstfahrt ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass er zu diesem sagt "Du fährst zu schnell". Würde er ihn duzen? Würde er sich überhaupt trauen, den Vorstand auf seine Geschwindigkeit anzusprechen? Und wenn ja, dann mit dieser Formulierung? Würde er nicht viel eher sagen "Entschuldigen Sie, aber ich glaube, hier sind nur 70 erlaubt. Nicht dass wir geblitzt werden..."?


Der Appell

Auf der Appell-Ebene wird das übertragen was der Sender den Empfänger zu tun veranlassen möchte. Im Fall von "Du fährst zu schnell" könnte das höchstwahrscheinlich die Verlangsamung des Tempos sein. Es könnte aber auch sein, dass der Beifahrer nach einer langen Phase des Schweigens mit einem beliebigen Satz, der im Grunde garnicht viel inhaltliche Stichhaltigkeit hat wieder die Aufmerksamkeit des Fahrers auf sich ziehen und diesen zur Kommunikation anregen möchte.


Erkenntnisse aus den vier Ebenen

Am einfachen Beispiel des Satzes "Du fährst zu schnell" sieht man, wieviel Inhalt eine Nachricht haben kann. Was glauben Sie, wie es sich erst mit komplexeren Sätzen verhält? Oder mit ganzen Gesprächen? Bemerken Sie, wie viele Informationen die einfachste Kommunikation beinhalten kann? Wann haben Sie sich das letzte mal so ausführlich Gedanken gemacht, was ein Gegenüber Ihnen mit seinen Aussagen alles vermitteln möchte?


Wie funktioniert nun die Achtsamkeit genau?

Ganz einfach. Versuchen Sie sich im Gespräch mit anderen Menschen einfach einmal regelmäßig bewusst zu machen, was diese Ihnen gerade alles übermitteln. Vielleicht merken Sie sich ja die vier Ebenen und prüfen diese im Geiste ab und an während eines Gesprächs durch. Sie werden erkennen, dass sie plötzlich eine Menge Informationen mehr bekommen als sonst. Diese Informationen sind sonst zwar auch vorhanden, aber da Sie sich diese nicht bewusst machen, flutschen sie auch schnell einmal an Ihnen vorbei. Vielleicht bemerken Sie ja während der inneren Prüfung, dass eine Information noch nicht richtig deutlich ist. Dass Sie den Appell noch nicht richtig verstanden haben. Vielleicht verspüren Sie dann ja das Bedürfnis, einmal nachzuhaken im Sinne von "Was möchtest Du denn jetzt, dass ich tu?" oder Sie fragen sich "Warum erzählt er das? Was sagt das über ihn aus"? Und plötzlich verstehen Sie Ihre Mitmenschen besser. Manchmal bedarf es nur eines kleinen Moments des Nachdenkens, um so viel mehr über unsere Mitmenschen zu erfahren.


Achtsamkeit als Sender

Wenn man eine Weile gezielt auf die Nachrichten anderer achtet, dann wird man kaum umhinkommen, auch ein wenig mehr auf die eigenen Nachrichten zu achten, die man den Tag über so versendet. Analysieren Sie doch einmal Ihre eigenen Aussagen gegenüber anderen auf deren Inhalt. Und fragen Sie sich, was bei Ihrem Gegenüber wohl alles ankommt. Vielleicht werden Sie überrascht sein, wie achtlos sie manche Dinge früher "herausposaunt" haben und wie Sie manche Sätze unter Anwendung der Achtsamkeit plötzlich anders formulieren, weil Ihnen bewusst wird, dass Sie auf irgendeiner Ebene etwas damit transportieren, was Sie eigentlich garnicht transportieren wollen. Oder Sie ertappen sich selbst dabei, dass Sie etwas transportieren wollen, es aber auf einer Ebene zu senden versuchen, die Ihr Gegenüber wenn er selbst nicht achtsam ist vielleicht gar nicht empfängt. Oder vielleicht fehlerhaft empfängt, was für das gute alte "Missverständnis" so typisch wäre.


Achtsamkeit und Hypnose

Hypnose ist eine besondere Art der Kommunikation. Ein Hypnotiseur sollte immer achtsam sein, was seine Aussagen betrifft. Überhaupt sollte jeder Therapeut achtsam in der Kommunikation sein. Denn eine Therapie ist immer ein ständiger Wechsel zwischen Senden und Empfangen. Der Therapeut muss erkennen, was der Klient ihm sagen möchte und er muss in der Lage sein, seine Nachtichten so zu versenden, dass beim Klienten das ankommt, was ankommen soll. Das Üben der kommunikativen Achtsamkeit kann also dabei helfen, ein guter oder noch besserer Therapeut oder Hypnotiseur zu werden. Es ist nicht nur für Anfänger geeignet sonder auch Profis sollten sich immer wieder daran erinnern, dass gerade sie eine gute Kommunikationsfähigkeit besitzen sollten. Fangen Sie doch einfach heute noch an, die Achtsamkeit zu trainieren. Nehmen Sie sich im Gespräch mit jemand anderen ein paar Sekunden Zeit und denken Sie darüber nach, was eine Aussage gerade alles beinhaltet hat. Nehmen Sie sich bevor Sie etwas sagen ein paar Sekunden Zeit und überdenken Sie, was Sie gerade sagen wollen. Achten Sie auch darauf, wie das, was Sie sagen bei Ihrem Gegenüber ankommt und wie er wiederum darauf reagiert. Mit der Zeit werden Sie wahrscheinlich bemerken, dass Ihr Kommunikationsverhalten sich verändert, weil Sie aufmerksamer sind und Ihnen bestimmte Details viel deutlich auffallen als früher. Und wahrscheinlich werden Sie auch bemerken, dass Ihre Kommunikation dadurch harmonischer und zielgerichteter wird, dass Sie viel leichter erreichen, was Sie erreichen möchten und dass Sie einen viel besseren Kontakt zu Ihren Gesprächspartnern aufbauen. Ist es das nicht wert, ab und an ein bißchen achtsam zu sein?
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